Digital projects
The largest German fortunes
A small group of families or individuals, with fortunes amounting to at least hundreds of millions of euros, sit at the top end of the wealth distribution in Germany. Relatively little is known about this small group and this project uses rich lists to take a look at the so-called superrich in Germany. It examines various characteristics of the individuals, their families, and their associated companies or sources of wealth. For this purpose, the list of the 1001 wealthiest German families published by the Manager Magazin in 2019 is augmented with socio-demographic information about individuals and families from encyclopedias and other publicly accessible sources. Alongside describing the social composition of the 1001 wealthiest German families, this study will examine the origins of today’s largest fortunes to study the long-term perpetuation of wealth. To this end, today’s superrich will be compared with rich lists from the late German Empire. Thereby, families are identified who could perpetuate their fortunes over more than a century. To exploratively investigate how intertwined super-rich families are through family lines, we draw family network graphs. To this end, we link both rich lists to Wikidata and use the genealogical data included on Wikidata. Overall, this project will provide rich quantitative insights into the very top of the German wealth distribution.
Family network of superrich families:
Kutschen in Frankfurt
Vom Verzeichnis zur Karte: Rudolf Martins Millionärsliste als Zugang zur Raumgeschichte des Vermögens 1911–1914
Gemeinsam mit Eva Maria Gajek (IRS Erkner)
Das Projekt nutzt die Bände von Rudolf Martins „Jahrbuch des Vermögens und Einkommens der Millionäre“, um die räumliche Verteilung des Reichtums im Deutschen Kaiserreich am Vorabend des Ersten Weltkriegs zu untersuchen. Durch die Überführung von Martins Millionärsverzeichnissen in eine interaktive räumliche Visualisierung wird nachvollziehbar, wo sich unternehmerische, finanzielle und grundbesitzende Vermögen konzentrierten und welche regionalen sowie lokalen Muster der Herausbildung von Vermögenseliten sich in Städten und Provinzen abzeichneten. Die digitale Karte verwandelt eine statische historische Quelle in eine explorative Erzählung, in der interessierte Bürger:innen und Forschende einzelne Einträge aufrufen, Vermögenstypen vergleichen und räumliche Dynamiken sozialer Ungleichheit sichtbar machen können. Über die Bereitstellung neuer visueller Evidenz hinaus reflektiert das Projekt die methodischen Implikationen der Transformation einer textbasierten Archivquelle in einen digitalen Datensatz und thematisiert dabei Herausforderungen der Klassifikation, Geokodierung und interpretativen Übertragung. Durch die Verbindung historischer Reichtumsforschung mit digitalen Methoden eröffnet die Studie zudem neue Einsichten in langfristige Muster der Vermögenskonzentration und leistet einen Beitrag zu aktuellen Debatten in der (historischen) Soziologie und der Kultur- und Sozialgeschichte.
